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GUSTAV-SIEGLE-HAUS, LEONHARDSPLATZ, 70182 STUTTGART

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Die aktuelle Ausstellung

 

 

 

Das KUNST-Spiel wurde am 3. April angepfiffen.

 

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Das „Spiel“ nimmt dieses Jahr einen zentralen Platz in der künstlerischen Auseinandersetzung in Stuttgart ein. Die Einladungskarte deutet an, was man bei diesem Begriff assoziieren kann: z.B. ein Spielfeld mit Rasen für ein Fußballmatch. Aber neben Wettkampf und Bewegungsspiel umfasst der Begriff auch Dinge wie etwa Gesellschaftsspiele, Videospiele oder gar Glücks- oder Gewinnspiele. Und insbesondere denkt man wohl an das Spiel des Kindes. Denn das Kind erfasst die Welt – anders als ein Erwachsener – ja grundsätzlich spielerisch. Es entdeckt über das Spiel seine Eigenschaften und entwickelt darin seine Fähigkeiten.

Bei der Eröffnung folgte das Publikum gebannt den Ausführungen von Winfried Stürzl, auf dessen Befund die nachfolgende Beschreibung der Ausstellung basiert.

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Bekanntlich gibt es in der Philosophie und Kulturgeschichte eine – insbesondere durch Friedrich Schiller – geprägte Richtung, die die kulturelle Entwicklung des Menschen, auf das Spiel gründet. Johan Huizinga hat dafür den Begriff „Homo ludens“ geprägt. In seinem gleichnamigen Buch zeigt er auf, dass sich unsere kulturellen Systeme wie Politik, Wissenschaft, Recht oder auch Religion ursprünglich aus spielerischen Verhaltensweisen entwickelt haben und sich erst über Ritualisierung im Laufe der Zeit institutionell verfestigten.

Das eigentliche Spiel aber, bevor sich feste Regeln herauskristallisieren, dient keinem bestimmten Zweck. Der Spieler selbst ist frei in seinen Handlungen und wird – in Auseinandersetzung mit der ihn umgebenden Welt zum Gestaltenden. Das Spiel ist somit eine grundlegende menschliche Aktivität, die Kreativität und Kraft freisetzt. Damit enthält das Spiel das Potenzial, verfestigte Strukturen zu durchbrechen und Innovation hervorzubringen. So gesehen ist das „Spiel“ sehr eng verwandt mit der Kunst, denn auch sie ist an sich zweckfrei und auch sie hat dieses Potenzial der Erneuerung – geht es doch sehr oft gerade darum, verfestigte Klischees aufzubrechen und damit Raum für neue Sichtweisen zu schaffen.

Spielzeug wird Skulptur/Installation/Objekt

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Die Skulptur von Peter Haußmann prägt den Eingansbereich der Ausstellung: Ein großer, schwerer „Stahlkreisel“ (so auch der Titel der Arbeit), der den Betrachter nicht nur durch seine schiere Masse, sondern auch durch die Reduktion auf die minimalen Elemente in seinen Bann zieht. Achse und Scheibe: mehr ist nicht nötig, um den Inhalt gerade noch sichtbar zu machen und zugleich den Blick des Betrachters auf die skulpturalen Kräfteverhältnisse zu lenken. Ein besonderes starker Kontrast liegt in der materiellen Schwere des Objekts in Bezug auf seine implizite Funktion. Man kann sich vorstellen, welche Kraft notwendig wäre, um die 230 kg schwere Skulptur in Schwung zu bringen. Wenn der Kreisel sich dann aber drehen würde, wäre die Bewegung ausgeglichen und ruhig – zumindest so lange, bis er zu schlingern begänne und schließlich außer Kontrolle geriete. Potenziell steckt in der Skulptur also eine starke Dynamik, die auch ihren Ausdruck im zweiten Teil des Titels findet: „Ein möglicher Tanz auf der Spitze“. Die Frage nach der höchstmöglichen potenziellen Dynamik bei stärkster formaler Reduktion ist hier im wahrsten Sinne des Wortes ebenfalls auf die Spitze getrieben.

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Dynamik ist auch ein Thema in der Arbeit von Ingeborg Franzen, und auch sie nimmt ein einfaches und reduziertes Spielzeug zum Ausgangspunkt: den Ring. Allerdings als flexibles, bewegliches Element und vielfach multipliziert. Eine ganze Menge der rötlich gefärbten und mit Flusskieseln gefüllten Nesselschlauchringe bieten hier unendliche Variationsmöglichkeiten. Sie liegen ruhig da, sind durch Biegungen und Überlagerungen stark dynamisiert oder zu beinahe organoiden Stapeln mit tiefen Schlünden aufgetürmt: Es entstehen Formen, die fast lebendig scheinen. Und die Wandelbarkeit,Anpassungs-fähigkeit und Beweglichkeit der Objekte machen sinnlich regelrecht spürbar: in der Flexibilität liegt eine der wesentlichen Grundbedingungen des Lebens.

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Bitter-ironisch ist der Umgang von Andreas Ilg mit dem Thema Spielzeug. Zunächst sieht man nur Koffer, in denen farbige Objekte liegen, die sich bei näherem Hinsehen als Waffen erweisen: Eine Kalaschnikow und mehrere Tellerminen. Doch wenn man versucht, die eigentümliche Kleinteiligkeit und Farbigkeit zu ergründen, stellt man plötzlich fest: Es handelt sich um kleine Kunststoff-Spielzeugfiguren aus dem Überraschungsei. Das Verfahren erinnert an die Bilder Arcimboldos aus dem 16. Jahrhundert, in denen etwa die Jahreszeiten als Porträts dargestellt wurden, wobei die jeweiligen Gesichter aus lauter Einzelgegenständen bestehen, die der entsprechenden Jahreszeit zugeordnet wurden. Schon diese Bilder aus der Renaissance haben in ihrer Zusammengesetztheit etwas Monströses. In Bezug auf die Waffen und Minen steigert es sich aber zum Entsetzlichen. Assoziationen an Kindersoldaten oder an Antipersonenminen, die als Spielzeug getarnt werden, tauchen auf und werden zur bitter-bösen Mahnung an menschenverachtende Praktiken. Zugleich deuten sie auf unsere schizophrene Gesellschaft hin, die zwischen sentimentaler Verklärung des Kindlichen (man denke nur an den Eisbär Knut) und brutaler Grausamkeit gegenüber vielen Kindern hin- und herschwankt.

 

Kinderspiel wird performative Kunst

In Frauke Schlitz’ Videoarbeit „Kartenhaus“ brechen 25 verschiedene Architekturen aus schwarzen Spielkarten nacheinander auf jeweils unterschiedliche Weise zusammen. Das dramatische Einstürzen ist in Zeitlupe zu sehen – ein durchaus ästhetischer Vorgang, dem man gerne zuschaut und bei dem man sich begeistert an die vielen Kartenhäuschen erinnert, die man als Kind selbst hat einstürzen lassen. Gleichzeitig werden – u.a. durch die Dunkelheit der Karten – auch düstere Assoziationen wach – etwa an den Zusammenbruch des World Trade Center am 11. September 2001. Somit lassen sich die einstürzenden Strukturen auch als Metapher lesen für die als kontingent erfahrene Welt: Jedesmal wenn ein Gebäude zusammenbricht, sieht es anders aus – eine Ordnung wird nicht erfahrbar. Und auch die Karten, die einem potenziellen Wahrsager vielleicht einen Einblick in die tieferen Zusammenhänge hätten ermöglichen können, sind schwarz und schweigen. Um dies zu genießen, müssen Sie sich selbst in den KUNSTBEZIRK bewegen - leider gibt es hier keine Abbildung dazu .

 

Anahita Razmis Ausgangspunkt für ihre Arbeit „Videospiegel“ ist ein Legespiel in Buchform, das gewiss auch jeder aus seiner Kindheit kennt. Auf übereinanderliegenden Seiten sind jeweils unterschiedliche Figuren abgebildet, die sich – dank einer Teilung in drei Zonen mit Kopf-, Bauch- und Beinbereich – zu ganz neuen, oftmals humorvollen Figuren zusammensetzen lassen. Die Arbeit „Videospiegel“ überführt das Prinzip aber ins Performative. In reduzierten tänzerischen Bewegungen treten je eine weiße, eine rote und eine schwarze Figur zu Percussion-Musik ins Bild. Die Fragmentierung des Körpers in drei Einzelbereiche führt dazu, dass sich die Teile immer wieder trennen, neue Beziehungen miteinander eingehen und manchmal auch wieder ganz zusammenfügen. Der Körper verliert dadurch seine Mitte, findet aber zu neuen Bewegungsmustern, die rhythmisch zusammengebunden sind. Das Selbstbild im „Videospiegel“ bekommt trotz seiner Fragmentierung einen neuen, ästhetischen Zusammenhang. Wir arbeiten daran, die Datei hochzuladen, damit Sie sie hier sehen können. Bleiben Sie dran und kommen Sie wieder.

In Friedemann Flöthers Videoperformance „pa-pa“ ist ein Lieblingsspiel von Kleinkindern der Ausgangspunkt: Spielsachen werden vom Hochstuhl geworfen und müssen von den Erwachsenen wieder aufgehoben werden. Der Künstler scheint in dem Video unter dem Tisch nur darauf zu lauern, dass wieder ein Gegenstand von dem oben sitzenden Kind heruntergeworfen wird, schnellt dann vor und versucht, ihn aufzufangen, bevor er auf den Boden fällt. Der Vorgang wird auf zwei Monitoren parallel in Echtzeit und Zeitlupe gezeigt. Die Sprechlaute des Kindes überlagern sich dabei mit den Geräuschen der teilweise aufschlagenden Gegenstände. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Hingabe und Aufopferung auf der einen Seite sowie Selbsterhaltung und Egoismus auf der anderen, das gerade eine frühe Kind-Eltern Beziehung prägen kann. Muss man live im KUNSTBEZIRK sehen.

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Ebenfalls im familiären Bereich sind die Fotoarbeiten von Andrea Éva Györi angesiedelt. In der Arbeit „Game“, aus der zwei Bilder im Großformat aufgehängt sind, sieht man eine Großmutter, die ihre Enkelin verkauft. Geld und Rose sprechen eine recht eindeutige Sprache. Im anderen Bild lacht die Großmutter, während sich die Enkelin die Zähne putzt, um sich von dem schmutzigen Verkauf zu reinigen. Es handelt sich bei den Fotos um die Dokumentation eines Theaterstücks, das Andrea Éva Györi mit ihrer eigenen Großmutter spielte. Dazu muss man wissen, dass die Künstlerin auch tatsächlich bei ihrer Großmutter aufwuchs, und sie im Laufe der Zeit immer mehr pflegen musste. Um mit dieser Aufgabe zurechtzukommen, hatten die beiden einen Deal gemacht. Die Enkelin versprach der Großmutter, ihr im Alltag zu helfen, wenn sie sich im Gegenzug dazu bereit erklären würde, bei ihrer künstlerischen Arbeit mitzuwirken. Die Großmutter willigte ein, die Autorisierung ist hier direkt neben den Fotoarbeiten aufgehängt. Der Handel mit Taten im richtigen Leben findet also seine Fortsetzung mit einem Handel in der künstlerischen Inszenierung. Eine Art Teufelskreis: Die Künstlerin verkauft die Großmutter, dafür verkauft die Großmutter wiederum die Enkelin usw.

 

Zeichnung/Kunst wird zum Spiel für die Augen

In Elke Lehmanns „Videoskizzen“ wird das Zeichen als spielerischer Vorgang sogar ganz konkret zum performativen Akt, indem sie den Prozess des Zeichnens inszeniert, ohne dass  dieser auf ein eindeutiges Endergebnis zusteuern würde. Für den Betrachter ist es zunächst oft eine Art Ratespiel. Er sieht, wie die Zeichnungen, die zumeist mit wenigen elementaren Strichen auskommen, entstehen, weiß aber noch nicht, worauf es hinausläuft: Wird es ein Löwe oder ein Tiger? Ein Stier oder ein Elch? Dann, wenn es klar ist, treten immer wieder überraschende Moment ein. Etwa wenn die Mähne des Löwen mit Frisierschaum überdeckt wird, als wären auf dem Bild wirkliche Haare, oder wenn in diesem Schaum ein Modell-Plastiklöwe spazieren geht. Vexierbildern gleich kippt in diesen Fällen der Maßstab, es kommt zu Überraschungseffekten, Aufwachmomenten: Sobald man glaubt, man hätte erfasst, wohin die Reise geht, bekommt die Sache eine ganz andere Richtung. Die zeichnerischen Klischees werden aufgelöst durch den Gestaltungsprozess selbst. Auch hier müssen Sie wieder selbst kommen, um sich eine Meinung zu bilden.

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In den Arbeiten von Hildegard Esslinger spielt die Linie eine bedeutende Rolle. Allerdings nicht die, die beschreibt, die abgrenzt, sondern die eigenständige, aktive Linie, die oft durch begleitende Parallel-Linien noch verstärkt wird. In den hier gezeigten Zeichnungen lässt die Künstlerin diese Linienbänder auf Kugeln treffen und, wie sie sich selbst ausdrückt, „ein vielfältiges Spiel“ spielen. Den Zeichnungen setzt Hildegard Esslinger Fotografien von Asphaltzeichnungen entgegen, wo die nun weißen Linien auf dreidimensionale Steinkugeln treffen und dadurch auch der Schatten in die Gestaltung miteinbezogen ist. Indem die Künstlerin – durch die Hängung – beide ästhetischen „Aktionsräume“ ineinander verschränkt, gerät der Betrachter in ein Spiel zwischen Realität und Schein, bei dem die Lebendigkeit der Linien an Intensität gewinnt und bei dem Zeichnung und Fotografie ihre jeweils eigene Art von Wirklichkeit zur Schau stellen.

Und jetzt ab auf die Augenrennbahn.

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Ähnlich aktiv wie die Linienbündel von Hildegard Esslinger wirken auch die dynamischen, schmalen Bänder der Pappschnitte von Christine Gläser. Aus mit Ölfarbe bedruckten Pappen wurden beherzt und spontan Formen ausgeschnitten, bis die zusammenhängenden Stege stehen blieben. Es entstanden filigrane, reliefartige Wand-Objekte. Ihre Komposition ist bis an die absolute Grenze, bis kurz vor das Zerbrechen getrieben. Ziel der Arbeit ist es, beim Schneiden die richtige Balance zu finden und den Pappschnitt so in Griff zu bekommen, dass er an einem einzigen Nagel ausgewogen hängen könnte. Das Ergebnis ist ein dynamischer Parcours, dem der Betrachter mit seinem Blick folgt. Die Künstlerin nennt es selbst: „Augenrennbahn“.

 

Geschicklichkeitsspiel wird zur interaktiven Klangskulptur

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Gabriele Schweizers „Klang Spiel Tisch“ lässt sich keiner der bislang charakterisierten Kategorien zuordnen. Hier treffen gleich zwei verschiedenartige Spiele aufeinander, das Geschicklichkeits- und das musikalische Spiel. Bei einem ersten Blick scheint es sich bei dem Objekt um einen kleinen Billardtisch zu handeln. Queue, Filz und Kugeln verstärken noch den Eindruck. Doch bei genauerem Hinsehen erweist sich die innere Form als ein ungleichmäßiges Fünfeck, und anstelle der Banden sind doppelte Saiten aufgespannt. Der ganze Tisch fungiert als Resonanzkörper, und der Betrachter ist aufgefordert, selbst zu spielen. Aber anstatt geschickt Bälle in Richtung Löcher zu steuern, kommt es zu einem Spiel mit Klängen. Der optischen Irritation folgt so die spielerisch, ein akustisch-meditatives Erlebnis tritt anstelle das Erfolgs oder Misserfolgs. Diese Werk hat es im Rahmen der Ausstellung am schwersten - es wird ständig von den Besuchern bespielt .

Gewinnspiel wird zur Kritik am Kunstbetrieb

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Bei Thomas Ulms Installation „Künstlernamen“ schließlich wird das Gewinnspiel zum Ausgangspunkt der Arbeit. An einer Wand stehen sämtliche Künstlernamen zweier Ausgaben des Kunstquartals als fortlaufender Text. Die  insgesamt 8000 Namen führen dem Betrachter die Unsinnigkeit des heute im Kunstbetrieb so gerne praktizierten Namedroppings vor Augen und fordern ihn implizit auf, sich lieber die Arbeiten der Künstler selbst anzusehen.
Ein zweites Element der Arbeit ist ein Video, das eine defekte Zuganzeige des Stuttgarter Hauptbahnhofs zeigt und den dritten Buchstaben des Städte- bzw. Künstlernamens „Ulm“ – von „Ula“ bis „Ulz“ – permanent durch das Alphabet laufen lässt. Der Name wird dadurch in der Schwebe gehalten oder sogar ganz aufgelöst und die Frage nach der Bedeutung des Künstlernamens von einer  anderen Seite her relativiert.
Über die Künstlernamen hinaus enthält der Text an der Wand (wie auch im Kunstquartal) zudem den Namen „Franz Beckenbauer“. Die Frage des Gewinnspiels (dessen Teilnahmekarten weit über den „kunstbezirk“ hinaus verteilt sind) lautet daher auch: Wie heißt Franz Beckenbauer mit bürgerlichem Namen? Es stehen vier Antworten zur Auswahl: A: Franz Kaiser, B: Sepp Maier, C: Gerd Müller, D: Thomas Ulm. Neben dem ironischen Seitenhieb auf entsprechende Quizshows ist hier die zentrale Frage: Wie kann ein Künstler seinen Namen so veröffentlichen, dass er überhaupt wahrgenommen wird? Und: Macht es angesichts der vielen existierenden Künstler überhaupt Sinn, seinen Namen etwa durch ein Gewinnspiel strategisch zu verbreiten.

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war's draußen nass und drinnen kamen Gesellen in blauen Gewändern an. Das sparte den Regenschirm.

© Winfried Stürzl

 

 

Kleiner Rückblick:

Die beendete Ausstellung war Teil des 21. Stuttgarter Filmwinters.

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Der Stuttgarter Filmwinter hat sich von einer Anarchoparty mit Persiflagencharakter zu einem ernstzunehmenden Forum für den experimentellen Film entwickelt (so die StuZ am 17.1.2008).

 

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Gezeigt wurden fünf Arbeiten - vier beamer-basiert und eine pfannenorientiert.

 

1. "Chinese Whispers" von Daniel Aschwanden und Peter Stamer

Hier konnte man den Kopf aus der Wirklichkeit in eine andere stecken und sich fragen, was denn die Wirklichkeit ist.

 

2. "Deep Woods" von Alison O'Daniel

Was fand nur die Frau in Rosa an dem alten Lustgreis? Warum gewann dieser Beitrag einen Preis?

 

3. "Exotic Exercise" von Peter Bogers

War fast wie im Nachrichtenraum von ALJAZEERA.

 

4. "On/Off" von Katz + Fuchs

Keine Tiere auf den verschiedenen Bilder zu entdecken.

 

5. "Will work for food" von Karl-Heinz Jeron

Hier kochte der Künstler selbst (und die echte Curry-Wurst gibt's gleich um die Ecke).

 


Und an dieser Stelle die Dokumentation des Werden und Vergehens des

Eismanns vom Leonhardsplatz

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Im Rahmen der Schlussveranstaltung der Ausstellung 2007_kunstschnee Anfang Januar 2008 konnte man vor dem KUNSTBEZIRK den Bildhauer Bürkle bei der Arbeit beobachten.

 

Am Anfang war der Eisblock

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und die personifizierte Entschlossenheit:

Eismann3 - Und ein Plan: Eismann00

Dann wurde es laut und alle möglichen Instrumente und sonstigen Vernichtungsmittel wurden geschwungen:

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Der Zwischenstand ist schon beachtlich:

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Im weiteren Verlauf gibt es tatkräftige Unterstützung:

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Den Feinschliff muss indes der Meister selbst vornehmen - auch mit dem groben Gerät:

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Letzte Fräsungen, Lötungen, Feilungen zwecks Optimierung des Ausdrucks der flüchtigen Gestalt:

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Endlich das Ergebnis. Der Künstler schwitzt - das Publikum fröstelt

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Und:

eine Heiße Verehrerin der eisigen Figur

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Da könnte man sofort heglianisch werden: Der dialektische Widerspruch (ganz heiß und ganz kalt) führt zum Erlöschen.

Und jetzt?

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Der Eismann wartet auf sein Ende.

Wir berichten weiter darüber wie lange es noch dauerte. Am Sonntagmorgen - Dreikönigstag - sah er, der nie einen Namen erhielt, noch ganz passabel aus.

Montagnachmittag ist er schon etwas schlanker, wirkt androgyn:

Eismann22. Dienstag schon nur noch abstrakte FigurEismann23

Risse in der Struktur deuten auf das nahe Ende hin.

Am Mittwochmittag dann der Einsturz, Rückverwandlung in einen Eisklumpen, in Wasser, in Dampf. Ende.

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